Die Phytotherapie ist eine Behandlungsform mit Arzneimitteln, die ausschließlich aus Pflanzen oder Pflanzenteilen sowie Pflanzeninhaltsstoffen besteht. Das Wirkungsprinzip basiert auf kausaler, möglichst direkter Beeinflussung von gestörten Körperfunktionen, versteht sich als allopathisches Therapieprinzip, wodurch sich die Phytotherapie von der Homöopathie unterscheidet (Schaper & Brümmer, 1996).
Die therapeutische Anwendung von Heilpflanzen beruht auf langer Tradition, wobei moderne Phytotherapie unter anderem dadurch gekennzeichnet ist, dass Pflanzeninhaltsstoffe charakterisiert, isoliert und auf ihre Wirkung begründet angewendet werden. Es ist zu berücksichtigen, dass in der Pflanzentherapie genauso chemische Substanzen angewandt werden wie beim Einsatz synthetischer Stoffe, jedoch mit dem Unterschied, dass sie häufig in naturbelassenen Kombinationen von ihren Haupt- und Nebenwirkstoffen inklusiv Begleitstoffen verwendet werden, so dass sie häufig für den Organismus eine bessere Verträglichkeit bringen als synthetische Arzneipräparate (vgl. Schunk, 1999).
Historisch war die Anwendung der Heilpflanzen in der Volksmedizin von zentraler Bedeutung. Die Therapeutikawahl erfolgte sowohl empirisch als auch nach der Signaturenlehre sowie mystisch-religiös beeinflusst. Dabei ist die Bestätigung der Signaturenlehre mit modernen analytischen Mitteln teils frappierend (vlg. Augustin & Schmiedel, Hrsg., 1994).
